Tipp: So kann Moos Falten vorbeugen!

NATALJA FELSING

18. JUNI, 2021

Tipp für reife Haut: Das bewirkt Moos bei Falten

Eine effektive Anti-Aging Hautpflege nimmt für Männer und Frauen eine immer wichtigere Rolle ein. Schließlich kann die Haut nicht einfach so ausgetauscht werden. Besonders im Gesicht sind Falten, Altersflecken und andere Zeichen der Zeit von den meisten nicht gern gesehen. Auch wenn Fältchen unvermeidbar sind - es muss nicht immer sofort zum Skalpell oder zur Spritze gegriffen werden. Ausgewählte Anti-Aging Wirkstoffe sind das erste Mittel der Wahl, wenn es darum geht, Falten vorzubeugen und zu reduzieren. Eines davon ist Aktiv-Moos. Was Moos mit Faltenbekämpfung zu tun hat, erfahren Sie hier.

Moos gegen Falten Aktiv-Moos

Was ist die Besonderheit von Moos?

Moos ist den allermeisten wohl als unscheinbarer “grüner Teppich” in Wäldern oder als lästiges Unkraut auf der Terrasse bekannt. Dabei nimmt Moos eigentlich eine sehr wichtige Rolle im Ökosystem ein.

In der Natur regulieren Moose unter anderem den Wasserhaushalt. Sie besitzen die Fähigkeit, Wasser zu speichern und bei Hitze und Trockenheit wieder abzugeben. Damit steuern sie z.B. das Mikroklima eines Waldes. Zudem bieten sie Lebensraum für kleinste Lebewesen. In einem Quadratmeter Moos können sich mehrere tausend Tiere aufhalten, die für ein funktionierendes Ökosystem unverzichtbar sind. Auch Vögel nutzen Moose für den Bau ihrer Nester, um ihre Küken aufzuziehen und ihren Fortbestand zu sichern.

Moose sind außerdem wahre Klimaschützer, speziell Torfmoose. Diese binden Kohlenstoff, welcher sonst als Kohlenstoffdioxid oder Methan in die Atmosphäre gelangt und den Treibhauseffekt und damit die globale Klimaerwärmung begünstigt. Forscher gehen davon aus, dass rund 30 % des weltweiten Kohlenstoffvorkommens im Boden in Torfmoosen gespeichert sind.

Eine weitere Besonderheit von Moos ist seine Fähigkeit, Schadstoffe herauszufiltern und zu speichern. Sie binden z.B. Schwermetalle oder Feinstaub aus der Umgebung und werden aus diesem Grund extra in schadstoffbelasteten Ballungsgebieten angepflanzt.
Moose werden zudem als Bioindikatoren genutzt. Anhand der vorkommenden Moosarten kann bestimmt werden, welche Bedingungen an einem Ort vorherrschen.

Moose besiedeln häufig als erstes karge Gebiete. Ihr Vorkommen begünstigt die Bildung von nährstoffreichem Bodenmaterial, welches die Grundlage für die Existenz anderer Pflanzen bietet. Somit sorgen Moose dafür, dass Flora und damit neuer Lebensraum entstehen kann.

Entdeckung von Moos als Anti-Falten-Mittel

Moos ist die älteste und erste Landpflanze des Planeten Erde. Es mag unglaublich klingen, aber Moose existieren bereits seit über 400 Millionen Jahren. Sie schufen durch ihre evolutionäre Entwicklung eine Atmosphäre mit ausreichend Sauerstoff, in der organisches Leben und später Pflanzen und Tieren entstehen und sich weiterentwickeln konnten.

Wie das möglich war? Moose sind extrem anpassungs- und widerstandsfähig. Sie können sich auch unter lebenswidrigen Umständen ansiedeln und extreme Wetterbedingungen überleben. Während im Laufe der Jahrmillionen unzählige Lebewesen ausgestorben sind, existieren Moose noch bis heute. Das macht sie zum Modellorganismus der Evolution und damit zu einem Schwerpunkt der evolutionsbiologischen Forschung.


Ihre außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit zeigte sich auch bei der Entdeckung und Entwicklung von Aktiv-Moos. Ursprünglich war eine Forschergruppe im sibirischen Eis auf der Suche nach Mammut-Überresten. Ziel dieser Expedition war es, DNA der Urzeittiere aufzuspüren und damit an der Entwicklung eines Klons zu arbeiten. So wollten die Wissenschaftler mehr über das Aussterben der Mammuts herausfinden. Anstelle von Mammut-DNA stießen die Forscher allerdings auf Moos - seit mehreren hundert oder tausend Jahren gefroren in der meterdicken Eisschicht.


Als das aufgetaute Moos im Labor genauer untersucht wurde, passierte etwas Erstaunliches: Das einst gefrorene Moos begann wieder zu wachsen. Das weckte auch das Interesse zahlreicher Wissenschaftler in der medizinischen und kosmetischen Branche, die die besonderen Eigenschaften von Moos in anderen Bereich nutzen wollten.

Es wurde ein biotechnologisches Herstellungsverfahren entwickelt, mit dem aus dem Moos ein aktiver Wirkstoff extrahiert wird, der für die Anwendung auf der Haut geeignet ist.

Wie wirkt Moos bei Falten?

Die Hautalterung ist genetisch festgelegt und früher oder später zeigen sich die Anzeichen auf jedem Gesicht. Die vorzeitige Hautalterung durch äußere Einflüsse spielt jedoch eine viel größere Rolle. Rund 70 % der Falten entstehen aufgrund von vermeidbaren Schäden durch UV-Strahlung, Nikotinkonsum oder Schadstoffen aus der Umwelt. Mit zunehmendem Alter verliert die Haut die Fähigkeit, sich schnell zu regenerieren und vor Umwelteinflüssen zu schützen. Ohne den Schutz und die Pflege durch effektive Wirkstoffe, altert die Haut schneller.

 
Mit dem biotechnologischen Wirkstoff aus Moos können die Besonderheiten von Moos auf die Haut übertragen werden. In vitro Tests haben gezeigt, dass das Moos-Extrakt die Widerstandsfähigkeit der Haut aufrechterhalten kann, indem es die Zellkernvitalität stärkt. Der Stoffaustausch im Inneren der Zelle wird normalisiert und dadurch kann die Regenerationsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit der Haut an verschiedene Umwelteinflüsse verbessert werden. Davon profitiert nicht nur die Festigkeit der Haut, sondern auch die hauteigene Schutzbarriere und die Hautfeuchtigkeit.

Kann man den Moos-Wirkstoff selbst herstellen?

Moos ist nahezu überall zu finden, selbst herstellen kann man den Wirkstoff allerdings nicht.
Zum einen sollte Moos der Natur nicht entnommen werden, da sie ein wichtiger, funktioneller Bestandteil des Ökosystems sind. Zum anderen wird für die biotechnologische Herstellung vom Moos-Extrakt ein Laborumfeld mit spezieller Ausstattung und entsprechendem Fachpersonal benötigt. Nur so erhält man einen kosmetisch wirksamen Stoff, der hautverträglich und qualitativ hochwertig ist.

QUELLEN

  • Pogöschnik, Gregor: Das Pflanzenreich: Moose. 2011.
  • David Cove: The Moss Physcomitrella patens. 2005.
  • F. Wandrey, B. Henes, F. Zülli, R. Reski: Biotechnologically Produced Moss Active Improves Skin Resilience. 2018.