Gesicht schröpfen: Das macht es so gefährlich!

Gesicht schröpfen: Darum ist es so gefährlich!

Redaktion, 21. MÄRZ 2022

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Darum sollte man das Gesichtsschröpfen gegen Falten lieber Profis überlassen!

Das Schröpfen oder Cupping ist ein traditionelles Behandlungsverfahren, das schon seit Jahrtausenden bei verschiedensten Erkrankungen eingesetzt wird. Vor allem in der Alternativmedizin oder Traditionell Chinesischen Medizin ist das Schröpfen weit verbreitet. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, die faltenfreie und jugendliche Strahlkraft der Haut zu erhalten oder zurückzugewinnen, macht sich nun das Gesichtsschröpfen einen Namen. Promis wie Victoria Beckham oder Jennifer Aniston schwören auf das Face-Cupping als sanfte Anti-Aging-Methode und Alternative zum Facelifting. Wir klären in diesem Artikel, was hinter dem Trend steckt und warum das Schröpfen im Gesicht auch gefährlich sein kann!

Was ist Schröpfen?

Das Schröpfen hat als Heilverfahren eine Jahrtausende überdauernde Tradition und zählt zu den ältesten Therapieverfahren der Welt. Nicht nur von griechischen und ägyptischen Ärzten wurde es schon vor Christus angewandt, auch im alten China und in der heutigen Alternativmedizin wird das Schröpfen genutzt. Zahlreiche Erkrankungen sollen sich durch das Vakuum der Schröpfgläser behandeln lassen.
Beim Schröpfen setzt man Gläser, die sogenannten Schröpfgläser, auf ein bestimmtes Hautareal. Durch die Hitze einer Flamme wird dann ein Unterdruck erzeugt. Auf diese Weise soll erreicht werden, dass Gift- und Schadstoffe abtransportiert werden, die Durchblutung sich verbessert und akute Schmerzen gelöst werden.
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Beim Blutigen Schröpfen, der traditionellen Form des Schröpfens, wird die Haut vor dem Aufsetzen der Schröpfgläser leicht angeritzt. Durch das Vakuum werden Gewebeflüssigkeiten und Blut aus dem Körper herausgezogen. Dabei sollen vor allem lokal Gift- oder Schadstoffe ausgeleert werden.

Demgegenüber wird seit Beginn der 2000er Jahre vermehrt auch das Trockene Schröpfen angewendet. Das Schröpfglas wird direkt auf die gesunde Haut gesetzt und soll durch den Unterdruck Verspannungen lösen und die Durchblutung verbessern. Immer öfter werden hierfür keine Gläser, sondern glockenförmige Applikationen aus Silikon verwendet. Hier entsteht das Vakuum entweder durch Zusammendrücken oder einer Vakuumpumpe. Auch für das Schröpfen im Gesicht werden solche Silikon-Applikationen verwendet. Die Entstehung von Blutergüssen soll sich so verringern lassen.
Nicht zuletzt wird das Schröpfglas bei der Schröpfkopfmassage auf die eingeölte Haut gesetzt und dann verschoben. Der Effekt ähnelt einer Massage, regt die Durchblutung aber deutlich stärker an.
Zu den Beschwerden, die sich durch das Schröpfen lindern lassen sollen, zählen:
  • Migräne
  • Rheuma
  • Asthma
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Infektionen (Erkältung, Grippe)
  • Unterstützung des Heilungsprozesses der Haut
  • Verspannungen, verklebte Faszien
  • Schmerzen
  • Müdigkeit, Depressionen

Unser Tipp bei Falten

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Wie funktioniert Schröpfen im Gesicht?

Keine Sorge, für die Gesichtshaut wird das traditionelle, blutige Schröpfen nicht angewendet. Auch bei den Schröpfgläsern wird nicht die Variante aus Glas, sondern aus Silikon genutzt. Für gewöhnlich sind die Applikationen auch kleiner.

Durch das Schröpfen soll ein Facelifting-Effekt erzielt werden, indem die Haut mit den Cups massiert wird. Dabei wird das Silikon beim Cupping auf der Haut festgesaugt und dann mehrere Minuten lang in kreisförmigen Bewegungen über das Gesicht gezogen. Durch die Massage verbessert sich der Stoffwechsel und die Durchblutung im Bindegewebe. Dadurch soll die Produktion von Elastin und Kollagen in der Haut angeregt werden - die beiden Proteine sind wichtiger Bestandteil für feste, geschmeidige und straffe Haut. Bei richtiger Anwendung soll die Haut durch das Schröpfen entschlackt werden - Giftstoffe und überschüssiges Wasser werden abgetragen. Auch Falten und Rötungen sollen sich verringern lassen, ebenso wie Akne. Nach der Behandlung hat die Haut für gewöhnlich einen schönen Glow.


Die Schröpfgläser beim Gesichtsschröpfen haben für gewöhnlich einen Durchmesser von etwa 3 Zentimetern und sind entweder komplett aus Silikon oder mit einem Saugball ausgestattet. Vor der Anwendung wird die Haut im Gesicht gründlich gereinigt und von Schmutz und Make-Up befreit. Um die Gleitfähigkeit der Cups zu verbessern, wird bei der Schröpfkopfmassage reichlich Gesichtsöl (z.B. Jojobaöl) auf die Haut aufgetragen. Nun werden die Cups auf das Gesicht gesetzt und mithilfe von Unterdruck festgesaugt. Mit kreisenden oder streichenden Bewegungen kann man nun die Cups über die Gesichtshaut gleiten. Die Bewegungen werden wiederholt, bis die Haut gut durchblutet ist. Erkennbar ist das an einer leichten Rötungen. Im Bereich der Augen sollte man besonders vorsichtig sein, da die Haut dort sehr empfindsam und dünn ist. Beim Schröpfen sollte in der Augenpartie nur sehr geringer Druck ausgeübt werden.

Schröpfen Gesicht: Wie oft und wie lange?

Bei Anfängern reicht es schon aus, das Gesicht zwei- bis dreimal wöchentlich zu schröpfen. Die Anwendung selbst sollte dabei nicht länger als 10 Minuten dauern.

Kann man sich selbst schröpfen?

Der Vorteil des Gesichtsschröpfens ist, das es ganz leicht auch zu Hause angewendet werden kann. Früher war das Schröpfen nur bei speziell ausgebildeten Ärzten, Heilpraktikern oder Physiotherapeuten möglich. Das gilt auch heute noch für das Schröpfen mithilfe der Einwirkung von Hitze. Die sanfte Cupping-Variante gegen Falten gibt es wie auch Jade-Roller oder Tapes für den Gebrauch zu Hause kaufen. Die Vorgehensweise ist identisch zu der oben beschriebenen.
Doch das Schröpfen zu Hause hat auch einige Nachteile. Einerseits ist die Wirkung der Cups aus Silikon nicht so stark wie die professionellen Schröpfgläser. Andererseits birgt das Gesichtsschröpfen in Eigenanwendung auch erhebliche Risiken.

Kann Schröpfen gefährlich sein?

Beim klassischen Schröpfen sind starke Abdrücke oder Blutergüsse normal. Bei starkem Unterdruck oder einer zu langen Anwendung können auch Blasen auftreten.

Doch auch das Schröpfen zu Hause ist mit einigen Risiken verbunden, die vor allem mit der unsachgemäßen Anwendung im Gesicht zusammenhängen. Dazu zählen neben den Blasen und Blutergüssen auch Verbrennungen, Nervenschäden und geplatzte Blutgefäße.

Wann ist Schröpfen nicht geeignet?

Tatsächlich ist die Cupping-Methode nicht für jeden geeignet. Schwangere im ersten Trimester sollten auf das Schröpfen ebenso verzichten wie Menschen, die an Tuberkulose, Tumoren oder frischen Verletzungen leiden. Auch ein Sonnenbrand oder Brandwunden zählen zu den Faktoren, die gegen das Schröpfen sprechen.

Das blutige Schröpfen sollte keinesfalls bei Blutgerinnungsstörungen, Blutarmut, während der weiblichen Menstruation oder bei Herzrhythmusstörungen angewendet werden.


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