Hyaluronsäure gegen Falten: Ist sie schädlich?

Hyaluronsäure gegen Falten: Ist sie schädlich?

Redaktion, 14. JUNI 2022

hyaluronsäure gegen falten

Wie unbedenklich ist die Unterspritzung mit Hyaluronsäure?

Die Faltenbehandlung mit Hyaluronsäure zählt zu den gängigen Methoden der ästhetischen Medizin. Besonders, da mit Hyaluronsäure natürliche Ergebnisse erzielt werden können und die Wirkung sofort eintritt, ist die Faltenunterspritzung äußerst beliebt. Doch wie gefährlich ist die Anwendung wirklich? Kann es schwere Nebenwirkungen geben und welchen Zusammenhang gibt es zwischen Hyaluronsäure und Krebs? Wir klären in diesem Artikel über Wirkung, Anwendung und Risiken auf.

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Was ist Hyaluronsäure?

Hyaluronsäure bzw. Hyaluronan ist ein körpereigener Stoff und unter anderem Bestandteil der Haut. Als Hauptbestandteil des Bindegewebes sorgt sie dort für Volumen und Stabilität und reguliert den Feuchtigkeitsgehalt der Haut. In den Knoche, der Gelenksflüssigkeit und den Knorpeln ist sie vor allem als Schmiermittel von großer Bedeutung. Auch im Glaskörper des Auges befindet sich Hyaluronsäure.

Die eigene Produktion von Hyaluronsäure nimmt jedoch schon ab etwa dem 30. Lebensjahr kontinuierlich ab, weswegen es zu einem Mangel an Hyaluron in der Haut und den Gelenken kommt. Im Alter von 60 Jahren wird nur noch rund 10 % der ursprünglichen Menge gebildet.
Alterserscheinungen wie die Bildung von Falten oder Gelenkbeschwerden (z.B. Arthrose) sind unter anderem die Folgen.

Welche Funktionen hat Hyaluronsäure im Körper?

Hyaluronsäure erfüllt im Körper unterschiedliche Funktionen. Ihre Struktur bewirkt, dass sie sehr viel Wasser binden kann. Auf diese Weise sorgt die Hyaluronsäure für Stabilität und eine reibungslose Funktionsfähigkeit der Gelenke. In der Haut stützt sie das Bindegewebe und erhält die natürliche Straffheit und Elastizität.

Ein Mangel an Hyaluronsäure kann sich an verschiedensten Symptomen bemerkbar machen, z.B.:

  • Faltenbildung
  • dünne, trockene Haut und Schleimhäute
  • schlaffes Bindegewebe
  • schlechte Wundheilung
  • Gelenkschmerzen
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • Augentrockenheit, Reizungen
  • verringerte Sehkraft

In welchen Gebieten wird Hyaluronsäure eingesetzt?

Bekannt ist vor allem der Einsatz von Hyaluronsäure als Anti-Aging-Behandlung in der ästhetischen Medizin. Doch auch in der Allgemeinmedizin kann Hyaluronsäure bei zahlreichen Beschwerden eingesetzt werden. Nachfolgend thematisieren wir den Einsatz von Hyaluronsäure in der ästhetischen Medizin.

  • Orthopädische Medizin: Hyaluronsäure wird zur Behandlung von Arthrose (Gelenkverschleiß) schon seit langer Zeit eingesetzt. Dabei wird die Hyaluronsäure direkt in die Zwischenräume der Gelenke gespritzt, wodurch die Beweglichkeit des Gelenks unterstützt wird.
  • Allgemeinmedizin: Häufig beinhalten Nasensprays Hyaluronsäure, um ein Austrocknen der Schleimhäute zu verhindern. Gleiches gilt für Augentropfen zur Behandlung von trockenen Augen. Die Hyaluronsäure bildet einen dünnen, wasserbindenden Film. Die Augen bleiben so länger feucht.
  • Ästhetische Medizin: In der ästhetischen Medizin ist vor allem die Faltenbehandlung mit Hyaluronsäure verbreitet. Die Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure-Spritzen ist hier eine der beliebtesten Behandlungen. Auch zur Formung wird Hyaluronsäure eingesetzt, beispielsweise für die Lippen, die Brüste oder das Gesäß. Doch auch in Kosmetik wird Hyaluronsäure als Wirkstoff eingesetzt. Produkte wie Anti-Aging-Cremes oder Seren sollen leichte Falten oberflächlich glätten. Mittlerweile werden auch Nahrungsergänzungsmittel mit Hyaluron angeboten, die eine Wirkung gegen Falten erzielen sollen.

Wann ist die Unterspritzung mit Hyaluronsäure sinnvoll?

Hyaluronsäure empfiehlt sich bei einem altersbedingten Volumenverlust bzw. schlaffer Haut. Sie kann sowohl zur Konturierung im Gesicht, als auch zum Glätten von Falten eingesetzt werden. Als Faustregel sagt man, dass Botox im oberen Gesichtsdrittel genutzt wird, Hyaluron demgegenüber im unteren. Für beste Ergebnisse werden die Methoden oft kombiniert - bei tiefen und “alten” Falten, reicht ein Stoff häufig nicht aus.

Mit Hyaluronsäure können beispielsweise behandelt werden:

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Wie wirkt Hyaluronsäure gegen Falten?

Hyaluronsäure zählt zu den am häufigsten eingesetzten Wirkstoffen im Anti-Aging-Bereich. Nicht nur zur Faltenunterspritzung wird die Hyaluronsäure genutzt, auch Hersteller von Kosmetika und Anti-Aging-Produkten setzen auf die Wirkung der Hyaluronsäure als Wundermittel gegen Falten.

Bei der Faltenunterspritzung wird die Hyaluronsäure direkt in die Haut gespritzt, wodurch ein tiefenwirksamer Effekt erreicht wird. Die injizierte Hyaluronsäure füllt fehlendes Volumen auf und sorgt dafür, dass die Haut wieder mehr Wasser speichern kann. Die Hyaluronsäure kann Falten so optisch aufpolstern und für straffe, pralle Haut sorgen. Dabei sind die Ergebnisse - anders als es manchmal bei der Unterspritzung mit Botox der Fall ist - für gewöhnlich sehr natürlich. Die Gesichtszüge, die im Zuge der Hautalterung erschlafft bzw. abgesunken sind, werden durch die Behandlungen mit Hyaluronsäure wieder angehoben.

Wie lange hält die Wirkung an?

Wie länge die Wirkung der Hyaluronsäure anhält, ist von verschiedenen Einflüssen abhängig. In erster Linie ist von Bedeutung, wo und wie tief im Gesicht das Hyaluron injiziert wurde. Da es sich bei der Hyaluronsäure im einen körpereigenen Stoff handelt, wird sie mit der Zeit selbstständig abgebaut. Das bedeutet auch, dass sich auch das Alter des Patienten und der Stoffwechsel auf die Haltbarkeit auswirkt.

Meist hält die Wirkung für mindestens 4 bis 9 Monate an, teils kann das Ergebnis aber auch über ein Jahr lang sichtbar sein.

Hyaluronsäure gegen Falten: Was sollte man bei der Anwendung beachten?

Wer sich für die Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure entscheidet, sollte vor allem bei der Wahl des Arztes oder der Ärztin vorsichtig sein. Anders als bei Botox darf die Hyaluronsäure in Deutschland beispielsweise auch von Heilpraktikern gespritzt werden. Liegen hier keine ausreichenden anatomischen Kenntnisse vor, ist die Unterspritzung jedoch mit Risiken verbunden und kann schädlich sein.

Am besten wählt man einen Facharzt bzw. eine Fachärztin für Dermatologie sowie für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Am besten sollte eine Weiterbildung für ästhetische Injektionsbehandlungen vorliegen.

Außerdem sollte man in einem ausführlichen Beratungsgespräch über die gewünschten Ergebnisse sprechen. Es gibt über 100 zugelassene Hyaluron-Präparate, die nicht alle denselben Effekt erzielen.

Welche Nebenwirkungen hat Hyaluronsäure?

Es wird oft damit geworben, dass die Unterspritzung mit Hyaluronsäure kaum Risiken oder Nebenwirkungen aufweist. Frei von jeglichen Nebenwirkung ist die Faltenunterspritzung jedoch in den wenigsten Fällen. Im Anschluss an der Behandlung kann es zu Blutergüssen, Schwellungen, Rötungen, Hautverfärbungen, Juckreiz, Taubheitsgefühl oder leichten Schmerzen kommen. Für gewöhnlich klingen diese nach wenigen Tagen wieder ab.

Hyaluronsäure gegen Falten: Ist sie schädlich?

Da es sich bei der Hyaluronsäure um einen körpereigenen Stoff handelt, ist sie für gewöhnlich unbedenklich. Bei der Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure kann eine unsachgemäße Anwendung oder auch die Eigenanwendung schädlich sein. Wird die Hyaluronsäure falsch gespritzt kann es z.B. zu Knote kommen oder auch Strukturen im Gewebe verletzt werden. Daher sollte man sich immer für einen ausgebildeten Arzt entscheiden.

Ist Hyaluronsäure krebserregend?

Tatsächlich gibt es mittlerweile einige Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Hyaluron und einigen Krebserkrankungen. Vermutlich wirkt sich die Hyaluronsäure auf die Metastasenbildung aus. Dennoch gibt es auch Studien, die zeigen, dass Hyaluronsäure auch eine tumorhemmende Wirkung haben kann.

Es lässt sich festhalten, dass eine Unterspritzung mit Hyaluronsäure nicht krebserregend ist.

Was kostet die Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure?

Mit welchen Kosten man bei der Faltenunterspritzung zu rechnen hat, hängt vom Anwendungsgebiet und dem gewünschten Ergebnis ab. Grundsätzlich berechnen sich die Kosten bei Hyaluronsäure nach verwendeten Millilitern. Die Preise werden also durch die benötigte Menge an Hyaluronsäure bestimmt. Auch das gewählte Präparat spielt eine Rolle - manche sind gründlicher erforscht und versprechen eine hohe Qualität sowie Wirkung - auch das wirkt sich auf den Preis aus.

Für gewöhnlich hat man bei der Faltenunterspritzung mit Hyaluron mit etwa 200 bis 500 Euro zu rechnen.

Fazit: Lohnt sich Hyaluronsäure gegen Falten?

Bei Hyaluronsäure handelt es sich um einen körpereigenen Stoff, der für zahlreiche Behandlungen eingesetzt werden kann. Feine Falten und ein Volumenverlust lassen sich durch die Unterspritzung mit Hyaluronsäure effektiv ausgleichen. Vorteile sind die gute Verträglichkeit und die Natürlichkeit der Ergebnisse. Zu leichten Nebenwirkungen aufgrund der Injektionen kann es jedoch immer kommen. Schädlich kann die Anwendung von Hyaluronsäure nur sein, wenn sie unsachgemäß oder in Eigenanwendung erfolgt. Daher sollte man sich bei der Arztwahl gründlich informieren, um das Risiko eines Behandlungsfehlers zu minimieren.


QUELLEN

  • Brandt, F. S., et Cazzaniga, A. (2008). Hyaluronic acid gel fillers in the management of facial aging. Clinical interventions in aging, 3(1), 153–159.
  • Fakhari, A., et Berkland, C. (2013). Applications and emerging trends of hyaluronic acid in tissue engineering, as a dermal filler and in osteoarthritis treatment. Acta biomaterialia, 9(7), 7081–7092.
  • Stiftung Warentest (2021, 21. Dezember). Hyaluronsäure: Bewirkt sie etwas gegen Falten? https://www.test.de/Hyaluronsaeure-Bewirkt-Sie-etwas-gegen-Falten-5799142-0/