Falten durch Zucker? Die unterschätzte Gefahr des süßen Giftes

Falten durch Zucker? Die unterschätzte Gefahr des süßen Giftes

Redaktion, 29. August 2022

Falten durch Zucker

Zu viel Zucker schadet auf Dauer nicht nur der Gesundheit, sondern macht auch alt.

Bei der Faltenbekämpfung dreht sich alles um die passende Hautpflege. Forscher und Anwender suchen unaufhörlich nach der besten Creme oder dem effektivsten Serum, um auch im Alter noch ein möglichst straffes Gesicht zu haben. Dabei wird ein bestimmter Gefahrenfaktor oft außer Acht gelassen, der trotz wirksamer Anti-Aging-Pflege immer weiter Falten verursacht: Zucker. Lesen Sie in diesem Beitrag, warum Zucker so schädlich für die Haut ist und wie man Falten durch Zucker vermeiden kann.

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Mundfalten sind noch lange kein Grund, sich unters Messer zu legen. Das mag zwar die schnellste Lösung bei Falten sein, doch es geht auch natürlicher. Es gibt einige Hausmittel, die sich als wahre Wundermittel bei Fältchen und Linien erwiesen haben.

Was ist Zucker?

Spricht man von Zucker, so denken die meisten zuerst an die winzigen, weißen Kristalle und den handelsüblichen Haushaltszucker, den es im Handel zu kaufen gibt. Dabei gibt es nicht “den einen” Zucker.

Zucker gehört zur Nährstoffgruppe der Kohlenhydrate. Der weiße Haushaltszucker hat den chemischen Begriff Saccharose und zählt zu den Zweifachzuckern. Insgesamt unterscheidet man drei Arten von Kohlenhydraten bzw. Zuckern:

  1. Einfachzucker: Einfachzucker, auch Monosaccharide genannt, sind einfache Zuckermoleküle und damit die kleinste Grundeinheit aller Kohlenhydrate. Sie bestehen aus einem einzigen Molekül und sind ein wichtiger Energielieferant für den Körper. Sie werden sehr schnell verdaut, da sie nicht aufgespalten werden müssen und so direkt vom Blut aufgenommen werden. Dort lassen Einfachzucker den Blutzucker schnell ansteigen.
    Zu den wichtigsten Einfachzuckern gehören Glucose (Traubenzucker), Fructose (Fruchtzucker), Mannose, Galactose etc.

  2. Zweifachzucker: Zweifachzucker erhalten ihre Bezeichnung aus ihrem Aufbau, denn sie bestehen aus zwei einfachen Zuckermolekülen. Zweifachzucker sind auch unter der Bezeichnung Disaccharide bekannt. Bevor Zweifachzucker in die Blutbahn gelangen, müssen sie aufgespalten werden. Die Verdauung geht somit zwar schnell, aber langsamer als bei Einfachzuckern vonstatten.
    Zu den Zweifachzuckern gehören u.a. der Haushaltszucker Saccharose (Glucose+Fructose), Maltose (Glucose+Glucose) und Lactose (Glucose+Galactose).

  3. Mehrfachzucker: Die dritte Art der Kohlenhydrate bzw. Zucker sind Mehrfachzucker, auch Polysaccharide genannt. Mehrfachzucker bestehen aus mehreren einfachen Zuckermolekülen und bilden lange Ketten. Das bedeutet auch, dass die Verdauung dieser Zuckerart am meisten Zeit in Anspruch nimmt. Mehrfachzucker lassen den Blutzuckerspiegel nur langsam steigen und werden als gesündester Zucker betrachtet.
    Zu den Mehrfachzuckern gehören z.B. Stärke und Cellulose.

Unser Tipp bei Falten

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Wieso entstehen Falten durch Zucker?

Bei der Faltenprävention spielt nicht nur die Pflege von außen eine entscheidende Rolle. Der Hautalterungsprozess wird vor allem auch durch innere Einflussfaktoren verlangsamt oder beschleunigt. Dazu zählt auch die Ernährung. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass ein hoher Zuckerkonsum das Hautbild verschlechtert und deutlich früher Falten entstehen lässt. Dieser Prozess wird auch Glykation genannt.


Die Glykation kann wortwörtlich als Verzuckerung der Haut bezeichnet werden. Dabei verkleben die Strukturproteine Kollagen und Elastin, die für ein straffes und elastisches Bindegewebe verantwortlich sind. Wird Zucker vom Körper aufgenommen, so wird eine chemische Reaktion ausgelöst. Dabei reagieren die Zuckermoleküle mit Protein. und Fettmolekülen im Körper und es entstehen sogenannte Glykations-Endprodukte.

Durch den Glykationsprozess versteifen die flexiblen Proteinfasern in der Haut. Die Folge: Das Stützgerüst aus Kollagen und Elastin verliert seine Funktion und die Hautoberfläche sinkt ein. Somit beschleunigt Zucker den Prozess der Hautalterung und es entstehen tiefe Falten und Linien.


Bei der Verzuckerung wird zwischen der inneren und der äußeren Glykation unterschieden.

Innere Glykation

Die innere bzw. endogene Glykation ist die Verzuckerung, die sich im Inneren des Körpers abspielt, genauer gesagt im Blutkreislauf.

Wird Zucker konsumiert, gelangt die Moleküle nach der Spaltung in den Blutkreislauf und der Blutzuckerspiegel steigt. Die einfachen Zuckermoleküle Glucose, Fructose usw. reagieren nun unkontrolliert mit den im Körper befindlichen Proteinen und Lipiden. An diesem Prozess sind keine Enzyme beteiligt. Im Laufe dieser Reaktion entstehen AGEs (Advanced Glycation Endproducts), die sich im Körper anreichern. Diese Endprodukte bzw. Abfallprodukte verursachen nicht nur Falten, sondern stellen auch gesundheitlich ein großes Risiko dar. So sind die AGEs ein Risikofaktor für die Entstehung von chronischen Erkrankungen wie Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.

Äußere Gylaktion

Die äußere bzw. exogene Glykation spielt sich außerhalb des Körpers ab und da insbesondere bei der Zubereitung von Lebensmitteln. Alles was braun gebrannt und knusprig mit leckerer Kruste auf dem Teller landet, steckt voller AGEs. Der Prozess ist der gleiche wie bei der inneren Glykation. Doch durch das Erhitzen der Lebensmittel wird die Entstehung der Endprodukte um ein Vielfaches gesteigert. Überschreitet man beim Kochen eine Temperatur von 120 Grad Celsius, verkochen Proteine und Fett mit dem Zucker. Lebensmittel mit hohem AGE-Anteil sind z.B. gebratenes Fleisch und gebratener Fisch, Nüsse, frittierte Speisen und Brot. Menschen mit Diabetes sowie Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Nieren des Darms sollten den Konsum solcher Speisen reduzieren.


Forscher haben herausgefunden, dass die äußere Glykation auch auf der Oberfläche der Haut stattfinden und somit Falten verursachen kann. Schuld daran sind u.a. die UV-Strahlung, die durch Abgase verschmutzte Luft sowie Zigaretten.

Ist Zucker aus Obst auch schädlich für die Haut?

Bei Zucker denken die meisten Menschen sofort an süße Speisen. Süßigkeiten, Gebäck, Limonade und Eis sind nur einige der ungesunden, süßen Sachen, die dabei erwähnt werden. Doch in Wahrheit ist Zucker in viel mehr Lebensmittel enthalten, als man denkt. Und auch Obst gehört dazu.

In vielen Diät- und Abnehmratgebern wird Obst als gesunde Alternative zu Süßigkeiten vorgeschlagen, wenn der Heißhunger kommt. Den Tipp sollte man allerdings überdenken, denn je nach Obstsorte ist sehr viel Fruchtzucker enthalten. Fruchtzucker gehört zu den Einfachzuckern und ein gesunder Mensch kann pro Tag ca. 20 Gramm davon verstoffwechseln. Diese Menge ist bereits mit 2-3 Äpfeln oder rund 200 Gramm Ananas erreicht. Alles, was darüber hinaus aufgenommen wird, trägt zu einer Glykation bei und beeinflusst außerdem auch andere Stoffwechselprozesse.

Der Fruchtzuckeranteil in Obst bedeutet nicht, dass gänzlich darauf verzichtet werden sollte. Früchte enthalten wertvolle Mikronährstoffe und sollten in Maßen definitiv ein Teil der Ernährung bleiben. Bei der Wahl zwischen Obst und Gemüse ist das Gemüse allerdings die bessere Wahl für eine schöne Haut.
Wer dennoch Obst essen, aber eine schnelle Hautalterung vermeiden möchte, der sollte zu Obstsorten mit geringem Fructoseanteil greifen. Dazu gehören z.B. Beeren, Zwetschgen und Aprikosen.

Kann man die Glykation der Haut rückgängig machen?

Falten durch Verzuckerung sind eine unterschätzte Beauty-Gefahr. Um sich auch mit fortschreitendem Alter noch möglichst lange an einer ebenmäßigen und faltenfreien Haut zu erfreuen, sollte der Zuckerkonsum so früh wie möglich reduziert werden. Durch die Glykation entsteht ein permanenter Schaden an den Kollagenfasern. Ihre Struktur wird unwiderruflich zerstört und damit auch die Stabilität des Bindegewebes. Sind erst einmal Falten durch die Glykation entstanden, können diese nicht mehr rückgängig gemacht werden - außer durch kosmetische Behandlungen bzw. minimalinvasive Eingriffe.

Falten durch Zucker vorbeugen: 4 hilfreiche Tipps

Das Altern der Haut lässt sich nicht aufhalten. Die Faltenbildung beginnt bereits Mitte 20 und ist genetisch festgelegt. Der natürliche Hautalterungsprozess ist allerdings nur für rund 30 Prozent der Falten verantwortlich. Den Rest machen äußere Einflüsse und so auch der Zuckerkonsum aus. Um der Faltenbildung durch Zucker vorzubeugen und auch im Alter noch eine straffe Haut zu haben, sollten folgende Tipps befolgt werden:

1. Gesunde Ernährung

Die Ernährungsweise eines Menschen beeinflusst das Hautbild eines Menschen. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist der Schlüssel zum Anti-Aging Erfolg. Einfach- und Zweifachzucker in jeglicher Form sollten weitestgehend reduziert werden. Unter all den Zuckerarten sind Speisen und Produkte mit Mehrfachzuckern zu bevorzugen. Auch Milch und stark angebratene bzw. frittierte Produkte beeinflussen das Bindegewebe negativ und fördern die Entstehung von Falten. Stattdessen sollte mehr rohes oder gegartes Gemüse auf dem Speiseplan stehen sowie ballaststoffreiche Kost. Außerdem benötigt die Haut ausreichend Wasser. Das beugt der Entstehung von Trockenheitsfältchen vor.

2. Verzicht auf Alkohol und Zigaretten

Sowohl Alkohol als auch Nikotin sind Gift für die Haut.

Rauchen schädigt die Haut auf unterschiedliche Art und Weise. Es löst oxidativen Stress aus, der die Hautalterung beschleunigt. Zugleich fördert Rauchen die äußere Glykation der Haut und trägt damit zur Alterung bei. Außerdem schaden Zigaretten der Gesundheit und verschlechtern die Durchblutung, worunter die Haut leidet.

Alkohol entzieht dem Körper Wasser und trocknet die Haut aus. In vielen Alkoholsorten sowie in Cocktails ist der Zuckergehalt sehr hoch, was zur Verzuckerung des Bindegewebes beiträgt und Falten verursacht. Darüber hinaus trägt Alkohol zu irreparablen Zellschäden durch freie Radikale bei.

3. Sonnenschutz verwenden

Die UV-Strahlen sind ein Hauptverursacher von Falten. Sie lösen oxidativen Stress aus und fördern außerdem die äußere Glykation der Haut. Sonnenstrahlen schädigen die Haut nachhaltig und begünstigen eine frühzeitige Hautalterung. Aus diesem Grund ist ein Sonnenschutz für die Haut unverzichtbar.

Das Gesicht ist eine Körperregion, die besonders oft und stark von der UV-Strahlung beansprucht wird - das ganze Jahr über. Hier sollte ein Sonnenschutz mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 aufgetragen und regelmäßig nachgecremt werden, um einen ausreichenden Schutz vor den Strahlen zu erhalten. Dermatologen empfehlen sogar einen Lichtschutzfaktor von 50. Dadurch können tiefe Furchen und Knitterfältchen vorgebeugt und sogar gemindert werden.

4. Stärkende Hautpflege nutzen

Die äußere Glykation der Haut wird nicht nur durch das Rauchen und die Sonneneinstrahlung ausgelöst, sondern auch durch Umwelteinflüsse wie die verschmutzte Luft. Umso anfälliger die Haut für diese schädlichen Reize ist, desto eher entstehen Falten. Das kann durch eine stärkende Hautpflege verhindert werden. Mit Hilfe der Biovolen Aktiv Moossalbe kann die Widerstandsfähigkeit der Haut gegenüber äußeren Einflüssen wie dem Klima und der Luftverschmutzung gestärkt werden. Sie verbessert die Zellkernvitalität und unterstützt dank der enthaltenen Wirkstoffe die Regenerationsfähigkeit der Haut. So bleibt die Funktionalität der schützenden Hautbarriere erhalten und Falten werden vorgebeugt.

Fazit

Zucker schmeckt zwar, ist aber Gift für die Haut. In Anbetracht der Tatsache, dass der Zuckerkonsum der meisten Menschen den Tagesbedarf überschreitet, ist die vorzeitige Entstehung von Falten nicht verwunderlich. Zucker löst den Prozess der Glykation aus, bei dem die Kollagen- und Elastinfasern “karamellisieren” und versteifen. Dadurch verliert das Gewebe seine Elastizität und Spannkraft und bildet Falten.
Falten durch Glykation können nicht rückgängig gemacht werden. Umso wichtiger ist es daher, vorbeugende Maßnahmen zu treffen. Den größten Einfluss haben eine gesunde Ernährung, ein gesunder Lifestyle und die Verwendung von Sonnenschutz.

QUELLEN

  • P Gkogkolou, M Böhm: Advanced glycation end products: Key players in skin aging?. 2012.
  • H Pageon, H Bakala, VM Monnier et al.: Collagen glycation triggers the formation of aged skin in vitro. 2007.
  • M Ichihashi, M Yagi, K Nomoto, Y Yonei: Glycation stress and photo-aging in skin. 2011.